Der Gedanke, eine Materia Magica et Medica Hethitica zu erstellen, entstand im Jahre 1969 während meiner Assistentenzeit bei Herrn Professor Dr. F. Kö- cher am Institut für Geschichte der Medizin der Freien Universität, wo ich mit Arbeiten an der lexikalischen Liste Uru.an.na betraut war. Das nun vorliegende Werk stellt sowohl einen Beitrag zur Geschichte der altorientalischen Heilverfahren und der Magie als auch zur Geschich- te der Pharmakologie dar. Eine heth. Heilmittellehre indes wird wohl auf Grund der Textüberlieferung auch in Zukunft nicht zu erstellen sein (sie- he auch XIII. 1.1). Die häufig angeführten Beispiele aus babylonisch-assyrischen Ritualen sollen verdeutlichen, wie nahe sich die hethitischen und die babylonisch-assyrischen magischen Praktiken stehen. Die Grundlage der Arbeit bilden die aus der hethitischen Metropole Hattusa überlieferten Rituale. Eine vollständige Präsentation des überaus umfangreichen Textmaterials konnte indes nicht angestrebt werden.